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17.000 Quappen für Gewässer im Münsterland / 13.05.2020

Gestern erfolgte ein erneuter Besatz mit Quappen in Gewässern im Westmünsterland.
Insgesamt 17.000 vorgestreckte Quappen (3 - 5 cm) wurden an zahlreichen Stellen in Dinkel, Berkel, Vechte und
Steinfurter Aa eingesetzt.
Finanziert wird der Besatz durch eine Spende der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs-GmbH,
ergänzt durch Fördermittel aus der Fischereiabgabe, also Geldmitteln aus der Anglerschaft selbst.

Q1

Die Wiederansiedlungsmaßnahme erfolgt in enger Abstimmung und mit Unterstützung der dortigen Angelvereine.

Die Quappe war ursprünglich in NRW weit verbreitet. Gewässerverschmutzungen,
Begradigungen und der Bau von Wehren und Wasserkraftanlagen haben ihre Bestände aber rapide schrumpfen lassen.

Die jetzt eingebrachten Tiere stammen aus einem Nachzuchtprogramm, das auf Restbeständen von Quappen aus der Lippe gründet.
Die Nachzucht selbst erfolgt beim Fischereibetreib des Ruhrverbandes am Möhnesee.

Bereits im letzten Jahr erfolgte ein erster Besatz in Berkel und Vechte.
Bei einer Fischbestandsuntersuchung in der Berkel in diesem Frühjahr konnten bereits mehrere dieser Besatzfische nachgewiesen werden.
Erfreulicherweise waren sie bereits enorm gewachsen und hatten eine Körperlänge von etwa 25 cm erreicht!


Q2

Seit diesem Jahr gibt es behördliche Ausnahmegenehmigungen, die die Entnahme von Quappen durch Angler für den Verzehr
in beschränktem Umfang in ausgewählten Gewässern erlauben.
Voraussetzung ist, dass sich die Angelvereine aktiv um die Wiederansiedlung der Quappe durch Besatzmaßnahmen bemühen.
Es dürfen aber maximal 2 Fische pro Tag entnommen werden.
Ferner gibt es eine Schonzeit vom 15. Dezember bis 28. Februar und ein Mindestmaß von 35 cm.
Alle gefangenen Quappen müssen außerdem gemeldet werden, um den Erfolg der Wiederansiedlung dokumentieren zu können.
Hierfür hat der LFV Westfalen und Lippe e. V. eigens eine Smartphone-App entwickelt, die für Android- und Apple-Geräte kostenfrei
auf den entsprechenden Plattformen zur Verfügung steht.

Die Wiederansiedlung der Quappe in NRW belegt eindrucksvoll, dass eine fischereiliche Nutzung dem Gewässer- und Artenschutz nicht entgegensteht!
Vielmehr ist nur durch diese Verbindung ein nachhaltiger Artenschutz möglich.